UWR-2019-Projektvorstellungen
Promotionsabschlussstipendium für Herrn Dipl.-Ing. Max Beiersdorf (6 Monate)
…zur Fertigstellung seiner Arbeit über „Die undulierenden Lehmsteinmauernder pharaonischen Spätzeit Ägyptens“
Vom 4. Jh. v. Chr. bis in die römische Zeit wurden in Ägypten undulierende Lehmsteinmauern gebaut, um die wichtigsten Tempel des Landes, die nicht nur als religiöse, sondern auch als wirtschaftliche Zentren fungierten, zu schützen. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Lehmsteinmauern insofern, als sie in abwechselnd konkaven und konvexen Mauersegmentengebaut wurden, was für ein charakteristisches wellenförmiges Aussehen sorgt. Gemessen am Bauvolumen –die größten Exemplare besitzen eine Dicke von 28 Metern und waren vermutlich über 20 Meter hoch zählen die undulierenden Umfassungsmauern der Spätzeit zu den größten Bauwerken des Alten Ägyptens. Doch obwohl sie bereits seit über 100 Jahren im Fokus wissenschaftlicher Auseinandersetzungenstehen, konnten grundlegende Forschungsfragen bislang nicht zufriedenstellend beantwortet werden.Während sich ägyptologische Untersuchungen hauptsächlich auf die antike Wahrnehmung dieses Bautypskonzentrierten, formuliert das vorliegende Promotionsprojekt vornehmlich ein bautechnisches Begründungsspektrum unter Berücksichtigung kulturhistorischer Entwicklungen der Ägyptischen Spätzeit.
Promotionsabschlussstipendium für Herrn Sebastian Olschok, M.A. (4 Monate)
...zu Fertigstellung seiner Arbeit mit dem Titel "Ein Wirtschaftskomplex im Deir Anba Hadra (Assuan/ Ägypten)"
Ziel der Dissertation ist die bauforscherische und archäologische Dokumentation und Interpretation des Wirtschaftskomplexes des Deir Anba Hadra, eines koptischen Klosters auf der Westseite des Nils gegenüber von Assuan (Südägypten). Auf dieser Grundlage sollte die technische Entwicklung der Spätantike und des frühen Mittelalters in Ägypten und die Rolle der Klöster in der ägyptischen Gesamtwirtschaft untersucht werden. Diese MetaFragestellung trat im Laufe der Arbeiten in den Hintergrund, da ersichtlich wurde, dass der Komplex fast ausschließlich der Klosterversorgung diente und dass nur wenige Vergleichsbefunde bekannt und ausreichend publiziert sind.Der Wirtschaftskomplex erhielt vor anderen untersuchenswerten Gebäuden des Deir Anba Hadra, wie etwa dem Wohnbau, den Vorzug, da hier sehr viele Um- und Anbaumaßnahmen stattfanden und diese durch die noch hoch anstehenden Mauern nachvollziehbar sind. Durch die hier feststellbaren Bauphasen kann auf die Entwicklung des gesamten Klosters zurückgeschlossen werden. Außerdem sind die zahlreich erhaltenen Produktionsanlagen in Verbindung mit der Klosterentwicklung wichtige Zeugnisse der lokalen Wirtschaftsgeschichte.